Inhalt
Der Dokumentarfilm „Lampenfieber“ begleitet fünf theaterbegeisterte junge Menschen zwischen 9 und 16 Jahren während der Entstehung des Musicals „Spiel mit der Zeit“ (2017) im Berliner Friedrichstadtpalast. Angefangen beim emotionalen Casting für die wenigen neuen Plätze im Kinder- und Jugendensemble, über die harte Ausbildung, die ersten Proben auf der gewaltigen Bühne bis hin zur erfolgreichen Weltpremiere vor 2000 Zuschauer*innen beobachtet die Regisseurin ein Jahr lang die jungen Darsteller*innen. Sie zeigt ihre Anstrengungen, Erfolge aber auch Rückschläge auf dem Weg, sich den fast schon professionellen Anforderungen des weltberühmten Theaterbetriebs zu stellen. Erfahrene Kinderensemble-Mitglieder und Neueinsteiger*innen werden in persönlichen Geschichten mit ihren unterschiedlichen Temperamenten und Motiven vorgestellt. Im Probenprozess müssen die Kinder und Jugendlichen und ihre fordernden Lehrer*innen gemeinsam unterschiedliche Hürden meistern, bis es zur großen Aufführung kommt.
Umsetzung
Der Film gewährt spannende Einblicke hinter die Kulissen des legendären Berliner Friedrichstadtpalasts und lässt die Zuschauer*innen an einer kompletten Stückentstehung teilhaben. Die Schilderungen der Akteure und Probenprozesse verwebt der Film dabei mit farbenreichen Szenen aus der abschließenden Aufführung. Parallel zum Probenprozess vermitteln private Momente in alltäglicher und häuslicher Umgebung, wie die Stimmungen der jungen Darsteller*innen zwischen Freude, und Stolz einerseits und Verletzlichkeit, Zweifel und Ängsten andererseits schwanken. Gespräche mit den Eltern und Lehrer*innen machen die Herausforderungen und Unsicherheiten der Kinder noch deutlicher. Doch immer steht das Positive, der Wunsch der Kinder nach Selbstverwirklichung im Mittelpunkt des Films. Die große Begeisterungsfähigkeit und Anstrengungsbereitschaft wird durch die prächtigen Aufnahmen der Kindershow mit beeindruckender Bühnentechnik und schillernden Kostümen nachvollziehbar. Durch Erzählungen und alten Fotos langjähriger Mitarbeiterinnen von ihren ersten Schritten auf seiner Bühne werden auch Einblicke in die Geschichte des Friedrichstadtpalastes gewährt, welcher in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiert.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Film lädt dazu ein, über eigene Träume und ihre Verwirklichung zu reflektieren. Er ermöglicht somit auch die Diskussion über persönliche Lebensziele und -planung. Er zeigt, welche positive Anstrengungen zur Verwirklichung von Träumen notwendig sind und hinterfragt zugleich, ab wann Selbstverwirklichung zu Stress wird, etwa wenn im Kontakt mit der professionellen Entertainment-Welt sich kindliche Begeisterung bei hartem Training und einem vollen Terminkalender bewähren muss. Es bieten sich auch Anknüpfungspunkte zu den Themenfeldern Familie in Verbindung zu Aspekten wie Freizeitgestaltung und Stressbewältigung sowie Krankheit und Tod. Die dahingehend verschiedenen familiären Hintergründe und Interessen der einzelnen Protagonist*innen könnten miteinander verglichen und Identifikationen gefunden werden. Eine Recherche zur Geschichte des Friedrichstadtpalastes und seine Einordnung und Bedeutung in der jeweiligen Zeit ist historisch und politisch interessant. Aus künstlerischer Sicht wirft der Film die Frage auf „Wie entsteht eigentlich ein Theaterstück?“
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Sandra Künstler
,
27.02.2019
,
letzte Aktualisierung:
09.11.2022
Regie
Alice Agneskirchner
Buch
Alice Agneskirchner
Darsteller*innen
Mitwirkende: Maya Mashlah, Amira Pauletta Pollmann, Alex Gebhardt, Nick Kosching, Luna Mohrmann, Oskar "Ossi Glossy", Christina Tarlekin u. a.
Länge
95 Min
Sprachfassung
deutsche Originalfassung
Format
digital, Farbe
FSK
ohne Altersbeschränkung
Verleih
NFP marketing & distribution
Festivals
69. Berlinale Special Gala