Plakat zu Moritz in der Litfaßsäule

Moritz in der Litfaßsäule

DDR 1983

Moritz, der Träumer, läuft von zu Hause weg und verkriecht sich in einer Litfaßsäule mitten auf dem Markt. In seinem "Land der Fantasie" trifft er eine sprechende Katze, ein Zirkusmädchen und einen klugen Straßenkehrer. Von ihnen lernt er: Wirklich ausreißen kann man vor seinen Problemen nicht ...

Originaltitel

Moritz in der Litfaßsäule

Genre

Literaturverfilmung , Kinderfilm

Klassenstufe

1. bis 4. Klasse

Altersempfehlung

6 bis 9 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Ethik, Lebenskunde, Musik, Kunst, Geschichte

Themen

Schule, Erziehung, Familie, Rollenbilder, Identität, Außenseiter, Vorurteile, Toleranz, Phantasie, Träume, Animation/Trick, DDR im Film

Kinostart

27.11.1983

Der neunjährige Moritz kann es Eltern und Lehrer*innen nicht recht machen, denn Moritz ist "langsam und gründlich", neigt zu Tagträumen oder denkt so intensiv über Dinge nach, dass er alles andere um sich vergissst. Für sein Anderssein ständig gerügt, gegängelt oder belächelt zu werden, tut weh. Moritz zieht heimlich in die Litfaßsäule auf dem Marktplatz. Seinen Eltern hinterlässt er eine Nachricht: „Es hat mir nicht mehr gefallen.“ In der Litfaßsäule lernt er eine vorlaute, sprechende Katze kennen, auf dem Marktplatz trifft er ein Mädchen vom Zirkus, dass ihn ganz anders sieht und beurteilt als seine Familie. Im Straßenkehrer findet er einen Vertrauten, mit dem er seine Probleme bespricht.
Im Mittelpunkt steht Moritz, der in einer ostdeutschen Kleinstadt aufwächst. Den Alltag in der Familie erzählt der Film für Kinder im Alter von 6 bis 9 Jahren unaufgeregt, aber eindringlich aus Moritz' Perspektive. Moritz zeichnet der Film als kreativ, fantasievoll und mutig, aber von Hektik, Leistungs- und Zeitdruck überfordertes Kind. Im Mittelpunkt der Dialoge mit Eltern, Lehrer*innen und Geschwistern steht der Druck, den die wichtigsten Bezugspersonen auf Moritz ausüben. Der DEFA-Spielfilm aus dem Jahr 1983 erzählt Moritz' Geschichte mit realfilmischen Mitteln in Kombination mit Stop-Motion-Trickfilm, etwa in Sequenzen, in denen sich Moritz mit der Katze unterhält, oder in denen die Katze über ihre Abenteuer schwadroniert.
Die Erfahrungen, die Moritz macht, sind - trotz der unterschiedlichen Systeme und der zeitlich weit in der Vergangenheit liegenden Filmhandlung, vergleichbar mit denen von Kindern von heute. Eine Stärke des Films ist die Figurenzeichnung des Charakters Moritz als resilientes Kind, das der Film nicht als passives Opfer darstellt, sondern als ein Kind, das die gesellschaftliche Realität, in der es lebt, hinterfragt und sich gegen die Verletzungen durch seine Bezugspersonen zur Wehr zu setzt. Die Beschäftigung mit dem Film fördert den Perspektivwechsel hin zu den Stärken von Kindern wie Moritz. Der Film bietet auch die Möglichkeit, über Kindheit in der DDR und heute in den Austausch zu gehen. Die im Film eingesetzten Animationstechniken können untersucht und beschrieben werden.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

letzte Aktualisierung: 14.05.2026

Regie

Rolf Losansky

Buch

Christa Kozik

Darsteller*innen

Dirk Müller, Dieter, Walfriede Schmitt, Dorit Gäbler, Rolf Ludwig, Dietmar Richter-Reinick

Länge

99 Min

Format

Farbe

FSK

ohne Altersbeschränkung

Verleih

Deutsche Kinemathek

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