Inhalt
Der blinde Florian ist ehrenamtlich beim FC St. Pauli als Kommentator unterwegs. Das Arbeitsamt zwingt ihn dennoch zu einem Job im Dialoghaus Hamburg. Da ist die gehörlose Fotografin Kati sofort an ihm interessiert: Ehrgeizig und forsch bahnt sie sich ihren Weg zu ihm. Rasch verlieben sich beide und finden Wege, einander zu verstehen. Besonders hilfreich dabei sind ihre Smartphones, die ihnen bei der Kommunikation helfen. Problematisch werden jedoch die keimenden Konflikte mit ihren Familien. Kati ist stolz darauf, in Deutscher Gebärdensprache zu kommunizieren, und fühlt sich von ihrer Mutter unter Druck gesetzt, sich ein Cochlea-Implantat einsetzen zu lassen. Florian hingegen ist bezüglich Familienthemen sehr ausweichend und reagiert nicht auf die Kontaktversuche seines Bruders, der ihm klarmachen will, dass sein Vater im Sterben liegt. Die Beziehung von Kati und Florian leidet zunehmend unter den Konflikten und schwebt zwischen den Stadien Trennung oder Zusammenfinden und Wachsen.
Umsetzung
Die klassisch gestrickte Boy-Meets-Girl-Story überzeugt mit ihren authentischen Darsteller*innen Cindy Klink und David Knors, die tatsächlich gehörlos bzw. blind sind. Dementsprechend sind ihre gemeinsamen Momente besonders stark inszeniert: Die Kamera überzeugt dabei mit intensiven Detail- und Nahaufnahmen, die die Zuneigung und Anziehungskraft beider Figuren unterstreichen. Dabei bewegt sich der Film in Zeitlupe und fokussiert durch bewusste Geräuschunterdrückung oder -hervorhebung Gefühle und Berührungen. Auffallend ist auch der Humor des Films: Kati und Florian geben oft Kontra gegenüber ihrer Umgebung und rebellieren gegen Ansichten über Behinderung und Infantilisierung. Ein weiterer Punkt ist die Darstellung der Sprache und Hilfsmittel: Die Untertitel für die Deutsche Gebärdensprache werden kreativ im Film eingeblendet, und auch das Smartphone fungiert als relevantes Hilfsmittel mit Einblendungen der Chatnachrichten und Videocalls.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Für Schüler*innen ist besonders die Darstellung der elektronischen Hilfsmittel interessant. Der Film zeigt, wie barrierefreie Technik in Alltagsgegenstände wie Smartphones integriert ist. Den Umgang mit Screenreadern können die Schüler*innen selbst auf einem Smartphone ausprobieren, etwa beim Navigieren in Social Media. Außerdem bietet der Film durch die deutlich sichtbare Kommunikation und die Untertitel einen ersten Zugang zur Deutschen Gebärdensprache. Die Filmästhetik lässt sich gut anhand der Kameraarbeit analysieren: In intensiven, intimen Momenten arbeitet sie mit Zeitlupe und Detailaufnahmen, die gezielt die Sinne der Zuschauer*innen ansprechen. Wann treten diese Aufnahmen auf? Wie verschaffen sie den Protagonist*innen Kati und Florian einen Moment der Ruhe in einer oft ableistischen Umgebung? Der bewusst gesetzte Kontrast zwischen den beiden Liebenden spielt ebenso eine zentrale Rolle; er ist typisch für diese Art von Liebesgeschichten.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Ílyas Ínevi
,
04.03.2026
,
letzte Aktualisierung:
24.03.2026
Regie
Milan Skrobanek
Buch
Milan Skrobanek, Eibe Marleen Krebs
Darsteller*innen
Cindy Klink, David Knors, Athena Lange, Vivien Mahler, Karim Ben Mansur, Monika Lennartz, Till Demuth, Teresa Harder, Levi Haakon Simon, Wolf Danny Homann, Ingo Abel, Joachim Raaf, Marion Kracht u. a.
Länge
94 Min
Sprachfassung
deutsche Originalfassung, barrierefreie Fassungen über Greta & Starks verfügbar
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
Port-au-Prince Pictures
Festivals
Nominierung für den Deutschen Drehbuchpreis 2023