Inhalt
Die Journalistin Elena lebt in Sevilla und lernt mit Gebärdensprache Flamenco zu tanzen. Von ihrer gehörlosen Tanzlehrerin erfährt sie von der spanischen Flamenco-Tänzerin Antonia Singla, die unter dem Namen La Singla in den 1960er Jahren weltberühmt war. La Singla, die ebenfalls taub ist, lernte zu tanzen, indem sie den Takt der Musik durch die Schwingungen der Instrumente und des rhythmischen Klatschens erschloss. Sie wuchs in einer spanischen Romafamilie in Barcelona auf und revolutionierte schon mit 17 Jahren die Flamenco-Welt. Doch auf dem Höhepunkt ihrer Karriere verschwand sie auf einmal und ist seitdem in Vergessenheit geraten. Fasziniert von La Singlas Geschichte, macht sich Elena auf den Weg, mehr über das Leben, Werk und plötzliche Verschwinden der Tänzerin zu erfahren Sie begibt sich auf eine Reise durch Spanien und beginnt anhand von Recherchen, Interviews und faszinierendem Archivmaterial die Legende von La Singla zu rekonstruieren.
Umsetzung
In LA SINGLA verbindet die Regisseurin Paloma Zapata dokumentarische und fiktive Elemente, indem sie ihre eigene Person und die Recherche über La Singla durch die Figur der Journalistin Elena, gespielt von Helena Kaittani, fiktiv inszeniert. Der Film weist daher eine sehr persönliche und subjektive Perspektive auf, welche die Beziehung zwischen der Filmemacherin und ihrem Sujet in den Vordergrund stellt. Der Film ist lose in fünf Abschnitte unterteilt, die in unterschiedlichen Städten Spaniens spielen. Neben den nachgestellten Szenen und Interviews mit Menschen aus La Singlas Leben, wird zahlreiches Archivmaterial (Fotografien, Filmausschnitte, Fernsehauftritte, Zeitungsartikel) verwendet. Die Bilder werden durch spanische Volksmusik und Jazz ergänzt, im Fokus der musikalischen Gestaltung sind jedoch die rhythmischen Schritte und das Klatschen des Flamencos.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
LA SINGLA ist eine Doku-Fiktion und eignet sich daher sehr gut, um über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Dokumentarfilmen und Spielfilmen zu sprechen. Insbesondere die fiktive Inszenierung der eigenen Person und das Reinszenieren von Ereignissen kann hinsichtlich der Aspekte Authentizität, Perspektive und Performanz diskutiert werden. Das zentrale Thema des Films, der Flamenco und die spanische Volksmusik, sowie deutsche Jazzmusik können im Sport- und Musikunterricht aufgegriffen werden. Ein weiterer Anknüpfungspunkt ist die Beschäftigung mit der Diskriminierung von Rom*nja und gehörlosen Menschen. An dieser Stelle sei gesagt, dass im Archivmaterial des Films diskriminierende Sprache verwendet wird (Z-Wort). Darauf sollte hingewiesen werden und auf nicht-diskriminierende Selbstbezeichnungen aufmerksam gemacht werden.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Sarah Peil
,
24.10.2023
,
letzte Aktualisierung:
06.06.2024
Regie
Paloma Zapata
Buch
Paloma Zapata
Darsteller*innen
Mitwirkende: Antonia Singla (La Singla), Helena Kaittani u. a.
Länge
95 Min
Sprachfassung
spanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Format
digital, Farbe und schwarz-weiß
FSK
ab 6 Jahre
Verleih
Rise And Shine Cinema
Festivals
(2023) Thessaloniki IDF (Eröffnungsfilm); Malaga IFF; FICCI Cartagena 2023; Hot Docs IFF; DOXA IFF Vancouver; Docs Barcelona IFF; Krakow IFF; Festival de Cine Guadalajara; Moldocs IFF; Two Riverside IFF, Poland