Inhalt
Dokumentarfilmer Florian Opitz stellt das Grundprinzip des Welt-Wirtschaftssystems in Frage: das Wachstum. Kann es ein ewiges Wirtschaftswachstum geben? Und vor allem: Warum haben wir vor Stillstand so große Angst? Mit dem Aufwerfen dieser Fragen ist er nicht der erste. Als strukturierendes Element stellt der Film Karl Marx’ Erkenntnisse aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen und Aussagen globaler Player gegenüber. Die Passgenauigkeit ist erschreckend. Die Ideen und Praktiken des Wirtschaftssystems haben sich keinem relevanten Wandel unterzogen, obwohl sich unsere Lebenswelten seit dem weiterentwickelt haben. Der Wunsch nach ewiger Effizienzsteigerung hat nachhaltige Auswirkungen auf unseren Lebensraum. Es ist also an der Zeit zu erkennen, dass nicht Wachstum und Wohlstand sondern Wachstum und Zerstörung zwei Seiten einer Medaille sind. Ein stagnierendes Wachstum muss nicht gleichgesetzt werden mit Rückschritt und Wohlstandsverlusten. Es ist an uns, neue Wege zu beschreiten, die zu uns und unserem Lebensraum passen und zukünftig unsere Lebensqualität bestimmen können.
Umsetzung
Der Film lässt unterschiedliche Protagonisten des globalen Wirtschaftssystems zu Wort kommen, Ökonomen sowie direkte Akteure (u.a. Großbauern und Fondsmanager). Durch den Einsatz von Splitscreens suggeriert der Film schnelle Schnitte und Bewegung; es ist viel los auf der Leinwand und es gilt, viele Informationen aufzunehmen. Daneben werden Ruhepunkte zur Reflektion gesetzt, um wichtige Fragen zu stellen, die das soeben Gehörte und Gesehene kritisch beleuchten. Dafür werden wiederholt Sequenzen gewählt, die im Weltraum stattfinden, Weitsichten auf die Erde ermöglichen oder Einblicke in die limitierten Handlungsspielräume eines Astronauten geben. Diese Szenen sind im Hinblick auf die aktuelle globale Wirtschaftslage und die Aktionsmöglichkeiten eines jeden Einzelnen spiegelbildlich zu lesen. Es ist notwendig, das System, in dem wir leben, von außen zu betrachten und Distanz zu erlangen, um wieder eine Perspektive für die Zukunft zu gewinnen.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Im Unterricht können anhand des Films einzelne Aspekte des Wirtschaftssystems (bspw. BIP, Funktionsweise von Finanzmärkten) besprochen werden. Darüber hinaus bieten sich Anknüpfungsmöglichkeiten zu angrenzenden Themenbereichen. Die Arbeit mit weiteren Dokumentarfilmen, die einzelne inhaltliche Aspekte von „System Error“ vertiefen, liegt nahe. Schüler*innen können sich anhand unterschiedlicher Filme Informationen zu den jeweils angesprochenen Wirtschaftsprinzipien erarbeiten, Probleme erkennen und so einen ganzheitlichen Überblick über die Verflechtungen von Wirtschaft, Wachstum, Globalisierung und Umwelt erlangen. Im zweiten Schritt kann dann überlegt werden: Wenn ein Umdenken stattfinden muss, in welche Richtung können wir gehen? Es können Lösungsvorschläge formuliert werden, wie der freie Markt durch Staaten reguliert werden sollte, und Ideen gesammelt, wie in Zukunft, u. a. unter Berücksichtigung der Umweltauswirkungen, nachhaltig gewirtschaftet werden kann.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Caroline Fuchs
,
15.04.2018
,
letzte Aktualisierung:
08.11.2022
Regie
Florian Opitz
Buch
Florian Opitz
Darsteller*innen
Mitwirkende: Tim Jackson, Anthony Scaramucci, Markus Kerber, Norbert Räth, Argino Bedin, Carlos Capeletti, Andreas Gruber, Andrew Bosomworth, Stewart Cowley, Eric Chen, Markus Koch, Haim Bodek, Bob Pisani, Dave Lauer u. a.
Länge
95 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, originalsprachige Passagen mit deutschen Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ohne Altersbeschränkung
Verleih
Port au Prince Pictures
Festivals
DOK.fest München; Vorauswahl Deutscher Filmpreis 2018