Rückblick: Kongress Vision Kino 06

Stärkung der Filmbildung als Bestandteil der kulturellen Bildung

Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik und Filmwirtschaft

Mit einem nachhaltigen Plädoyer für die Stärkung der Filmbildung als wichtigen Bestandteil der kulturellen Kinder- und Jugendbildung ist der Kongress "Vision Kino 06: Film – Kompetenz – Bildung", der am 26./27. Oktober 2006 in Berlin stattfand, zu Ende gegangen.

Rund 300 Teilnehmer aus Kultur, Politik, Bildung und Filmwirtschaft diskutierten an zwei Kongresstagen im Filmhaus am Potsdamer Platz, was seit der Filmkompetenzerklärung 2003 im deutschen Bildungswesen umgesetzt werden konnte. Sie erörterten, wie die Vermittlung von Filmkompetenz verbessert und effizienter gestaltet werden kann. Das große Interesse an dem Kongress zeigte, dass im Bereich der Filmbildung ein regelmäßiger Austausch zwischen Bildung und Filmwirtschaft und eine intensive Vernetzung erforderlich sind.

Der Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck sprach sich dafür aus, dem Film im Unterricht einen ebenso großen Stellenwert wie der Literatur einzuräumen und dass man Schülern die Möglichkeit geben sollte, sich mit filmischen Mitteln auszudrücken. Der französische Filmpädagoge Alain Bergala plädierte dafür, Filmbildung europäisch zu denken und zu vernetzen, indem zum Beispiel filmpädagogisches Begleitmaterial auch über die Landesgrenzen hinaus zur Verfügung gestellt wird.

Atrium des Filmhauses am Potsdamer Platz

Die Teilnehmer der Workshops stellten fest, dass durch die in den vergangenen Jahren erfolgte Einführung von Bildungsstandards in Deutschland eine flexiblere Einbindung von Film in den schulischen Alltag möglich ist. Allerdings hängt die Umsetzung noch stark vom Engagement des einzelnen Lehrers ab. Um die Filmbildung gerade in der Schule zu fördern, müssen die vorhandenen didaktischen Konzepte weiterentwickelt und verbreitet werden. Grundlage dafür ist eine engere Zusammenarbeit und ein genaueres Kennenlernen von Schulen und außerschulischen Bildungsträgern, Kinos und der Filmwirtschaft.

Im laufenden Bildungsdiskurs gehöre die Stärkung der kulturellen Bildung, besonders auch der Filmbildung, ganz oben mit auf die Agenda, so ein Fazit der Geschäftsführerin von VISION KINO Sarah Duve: "Die stärkere und intensivere Vernetzung aller Akteure aus der Filmbildung ist dafür eine der zentralen Grundlagen."

In der Abschlussrunde betonte die Vorsitzende der Enquete-Kommission "Kultur in Deutschland", MdB Gitta Connemann, dass Film ein hohes kulturelles Gut sei und seine Vermittlung von Filmwirtschaft, Politik und Bildung gemeinsam gefördert werden müsse. Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, sieht in der wachsenden Anzahl offener Ganztagsschulen eine "riesige Chance für die kulturelle Bildung und die Filmbildung".

Der Kongress "Vision Kino 06: Film – Kompetenz – Bildung" wurde von der Vision Kino gGmbH in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung veranstaltet, ermöglicht aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und durchgeführt mit Unterstützung der Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH.

Fotos: Torsten Seidel

Teilnehmende im großen Saal

Hier finden Sie Hintergründe, Dokumente und Ergebnisse zum Nachlesen sowie eine Fotogalerie.

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