Filmplakat Therapie für Gangster

Therapie für Gangster

Deutschland 2017

In „Therapie für Gangster“ taucht Sobo Swobodnik in den Alltag der Forensischen Psychiatrie ein, in der suchtkranke Straftäter von ihrer Abhängigkeit loskommen und auf ein Leben in Freiheit vorbereitet werden sollen. Auf eindringliche Weise skizziert der Regisseur ein Dasein zwischen Hoffnung und Resignation und schafft es immer wieder, hinter die Fassade der porträtierten Insassen zu blicken, die von ihren Fehlern, ihren Wünschen und Ängsten berichten.

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Psychologie, Ethik, Sozialkunde, Deutsch

Themen

Kriminalität, Resozialisierung, Drogen, Sucht, Psychiatrie, Maßregelvollzug, Einsamkeit, Schuld, Konfliktbewältigung, Hoffnung, Träume, Zukunft, Lebenskrise, Erpressung, Gewalt, Außenseiter, Gemeinschaft, Integration

Kinostart

03.05.2018

Im Mittelpunkt von Sobo Swobodniks Dokumentarfilm stehen suchtkranke Kriminelle, die ihre Strafe nicht im Gefängnis absitzen, sondern in einer sogenannten Maßregelvollzugsklinik. Im Rahmen der forensischen Psychiatrie erhalten die Verurteilten umfangreiche Unterstützung, um ihre Abhängigkeit langsam in den Griff zu kriegen, Konflikte bewältigen zu können, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und sich letztlich auf ein Leben in Freiheit vorzubereiten. „Therapie für Gangster“ skizziert den Alltag auf einer Station und stellt dem Zuschauer aus der Bahn geworfene Menschen wie den 25-jährigen Ali vor, der froh darüber ist, dem Verwahrsystem Knast entkommen zu sein, und seine womöglich letzte Chance auf ein Dasein ohne Sucht und illegale Machenschaften ergreifen will.
Unter Verzicht auf einen übergeordneten Erzählerkommentar wirft Regisseur und Koautor Swobodnik das Publikum in eine Welt hinein, die Außenstehenden sonst verschlossen bleibt. Aus nächster Nähe nimmt die Kamera tägliche Gesprächsrunden und Therapieangebote auf, die vor allem eines deutlich machen: Während einige Insassen den Maßregelvollzug als große Möglichkeit begreifen, fällt es anderen unglaublich schwer, gegen ihre Abhängigkeit anzukämpfen. Hoffnung und Resignation existieren nebeneinander. Und in manchen Fällen ist eine Rückführung ins Gefängnis unumgänglich. Besonders eindringlich und erhellend sind die Momente, in denen die Suchttäter von ihrer Vergangenheit erzählen, ihre Persönlichkeit einordnen und über ihre Ziele und Wünsche sprechen. Die Reflexionsfähigkeit, die manche Patienten an den Tag legen, ist beeindruckend und stärkt den Gedanken der Resozialisierung.
Anknüpfend an Swobodniks intimen Einblick in die Forensische Psychiatrie ließe sich im Unterricht eingehender über die Unterschiede zwischen einem Gefängnisaufenthalt und dem Maßregelvollzug diskutieren. Hinweise liefern auch die Aussagen einiger Protagonisten im Film, die fest daran glauben, dass sie im Knast von ihrer Sucht nicht loskämen. In einem weiteren Schritt könnte man grundsätzlich über den Sinn und die Vorteile der Resozialisierung sprechen, sollte dabei aber auch die Grenzen und die Schwierigkeiten in Betracht ziehen, denen „Therapie für Gangster“ nicht aus dem Weg geht. Da alle porträtierten Insassen mit Drogen- oder Alkoholproblemen zu kämpfen haben, bietet sich auch eine allgemeine Debatte über das Thema „Abhängigkeit“ und das damit verbundene Abrutschen in kriminelle Verhaltensweisen an.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Christopher Diekhaus , 25.04.2018 , letzte Aktualisierung: 02.05.2018

Regie

Sobo Swobodnik

Buch

Sobo Swobodnik, Eckhard Geitz

Darsteller*innen

Mitwirkende: Cihan, Necco, Slawa, Ben, Sascha, Ali, Dennis, Sebastian, Ibo, u. a.

Länge

86 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung

Format

digital, Farbe

FSK

ab 6 Jahre

Verleih

mindjazz pictures

Festivals

Kinofest Lünen 2017

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