250 Jahre Freiheit für alle? Filmische Perspektiven auf die USA

Direkt zu den Filmen des Programms

Am 4. Juli 2026 jährte sich der 250. Jahrestag der Verabschiedung der Unabhängigkeitserklärung der USA.  Ausgehend vom dort proklamierten Freiheits- und Gleichheitsversprechen blickt unser diesjähriges Sonderprogramm auf das US-amerikanische Kino und seinen Umgang mit der eigenen Demokratiegeschichte. Seit seinen Anfängen beschäftigt es sich mit den Versprechen der US-amerikanischen Gründungsdokumente und macht auf die Diskrepanz zwischen demokratischen Idealen und gesellschaftlicher Wirklichkeit aufmerksam. Die sechs Filmbeispiele des Programms zeigen die Auseinandersetzung mit Bürgerrechten als zentrales Leitmotiv eines Kinos, in dem Selbstkritik und Patriotismus eng miteinander verbunden sind. Aus unterschiedlichen Perspektiven blicken sie auf ein Amerika von damals, heute und morgen und erinnern daran, warum es sich lohnt, für eine liberale Demokratie einzustehen.

Mr. Smith Goes to Washington (1939) stellt der zynischen Bundespolitik den naiven Idealismus eines Einzelnen entgegen, während All the President's Men (1976) die Aufdeckung der Watergate-Affäre als Triumph der Pressefreiheit über exekutiven Machtmissbrauch feiert. Boyz n the Hood (1991) verlagert den Blick auf die strukturelle Ungleichheit und verwehrten Bürgerrechte junger Schwarzer Männer in South Central L.A., während der Dokumentarfilm The Cowboy (2026) in ein weißes Milieu blickt und auch dort den American Dream als brüchiges Versprechen entlarvt. The Florida Project (2017) beleuchtet Leerstellen sozialer Rechte in der Verfassung, wohingegen The Change (2025) in eine dystopische Zukunft blickt: Der Film imaginiert eine populistische Massenbewegung, die das politische System der USA aushebelt und verweist damit auf die realen Spaltungen im Land.

Die Filmauswahl bietet übergreifende Anknüpfungsmöglichkeiten für den Unterricht der Sek 1/ Sek 2, ab Klasse 8 in den Fächern Politikwissenschaft, Ethik, Recht, Philosophie, Geschichte, Deutsch, Englisch, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften.

Ein Filmprogramm der Bundeszentrale für politische Bildung und VISION KINO.

Ansprechpartnerin

Lilith Jogwer

Tel. 030 / 2359 938 74

In Zusammenarbeit mit der
 Bundeszentrale für politische Bildung

Die Filme des Programms

Drei Kinder in hohem Gras vor einem blauen Haus

Spielfilm, USA, 111 Min
Regie: Sean Baker
ab 9. Klasse | ab 14 Jahre

Am Stadtrand von Orlando im US-Bundesstaat Florida wächst die sechsjährige Moonee im Schatten von Walt Disney World auf. Während das Mädchen mit ihren Freunden den Sommer in ein magisches Abenteuer verwandelt, kämpft seine 22-jährige Mutter Halley ums nackte Überleben. Motel-Manager Bobby agiert als widerwilliger, aber gutherziger Schutzpatron einer prekären Gemeinschaft. "The Florida Project" porträtiert eine gesellschaftlich marginalisierte Gruppe, die in den Staaten als sogenannte „hidden homeless“, ohne festen Wohnsitz, täglich um ihre Existenz bangt.

Link zum FilmTipp The Change

Spielfilm, USA 2025, 112 Min
Regie: Jan Komasa
ab 10. Klasse | ab 15 Jahre

Die renommierte Georgetown-Professorin Ellen und ihr Ehemann Paul feiern ihren 25. Hochzeitstag. Die bürgerliche Idylle zerbricht, als ihr Sohn Josh seine neue Freundin Liz vorstellt. Das Familienoberhaupt erkennt in Liz ihre ehemalige Studentin wieder, die einst wegen antidemokratischer Thesen von der Universität verwiesen wurde. Liz ist Autorin von The Change, einer Streitschrift und letztlich radikalen, populistischen Massenbewegung, die das politische System der USA aushebelt. Was als familiärer Konflikt beginnt, spiegelt alsbald die Spaltung einer ganzen Nation im Mikrokosmos der Familie wider. 

Spielfilm, USA 1976, 138 Min
Regie: Alan J. Pakula
ab 9. Klasse | ab 14 Jahre

Zwei junge Reporter der Washington Post, Bob Woodward und Carl Bernstein, decken durch ihre investigative Recherche einen vermeintlich unbedeutenden Einbruch im Watergate-Gebäudekomplex auf. Unterstützt von der ominösen Quelle in der Regierung, genannt „Deep Throat“, entwirren sie ein dichtes Netz aus Spionage, Bestechung und illegaler Wahlkampfhilfe. 

Spielfilm, USA 1939, 129 Min
Regie: Frank Capra
ab 9 Klasse | ab 14 Jahre

Der idealistische Pfadfinderführer Jefferson Smith wird überraschend als Interims-Senator nach Washington berufen. Korrupte Strippenzieher seines heimischen Bundesstaates glauben, in ihm eine leicht lenkbare Marionette gefunden zu haben. Als Smiths Pläne mit den Profitinteressen eines korrupten Staudamm-Projektes kollidieren, soll er durch gefälschte Beweise aus dem Verkehr gezogen werden. Doch er schafft es, durch einen klugen Schachzug den Glauben an die amerikanische Demokratie zu verteidigen. 

Link zum FilmTipp The Cowboy

Dokumentarfilm, Deutschland, USA 2026, 89 Min
Regie: André Hörmann
ab 8. Klasse | ab 13 Jahre

Der elfjährige Crowley aus dem ländlichen Colorado will ein echter Cowboy werden. Aufgewachsen auf einer Ranch, erzogen zu bedingungslosem Gehorsam, Härte und Knochenarbeit, scheint sein Lebensweg vorgezeichnet. Doch die dokumentarische Form blickt tief hinter die raue Fassade: Über einen Zeitraum von zehn Jahren begleitet die Kamera den jungen Mann beim Erwachsenwerden. Traditionelle Rollenbilder und Vorstellungen von Männlichkeit halten Schicksalsschlägen nicht Stand, es entsteht Raum für Verletzlichkeit und Neuanfänge.

Spielfilm, USA 1991, 112 Min
Regie: John Singleton 
ab 11. Klasse | ab 16 Jahre

Der junge Tre wächst im von Bandengewalt, Armut und Drogen geprägten Stadtteil South Central Los Angeles auf. Sein Vater Furious vermittelt ihm ob der widrigen Umstände Werte und Überlebensstrategien in einem rassistischen System. Seine Freundesgruppe gerät unaufhaltsam in einen Strudel aus Gang-Rivalitäten und polizeilicher Willkür. Über das Aufwachsen in einer von Gewalt dominierten Umwelt und ein Klassiker des New Black Cinema. 

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