Ein Sommer in Berlin-Kreuzberg, so heiß, dass er als Jahrhundertsommer in Erinnerung bleiben wird – und für Nora als der Sommer, der alles verändert hat. Im multikulturellen Mikrokosmos zwischen Kottbusser Tor und Prinzenbad sucht sich die 14-jährige ihren Weg zum Erwachsenwerden. Auf der Suche nach ihrem Platz in der Welt, den sie bisher an der Seite ihrer älteren Schwester Jule und deren bester Freundin Aylin bestritten hat, kommt für Nora ihre erste Periode ungeahnt und für alle sichtbar im Sportunterricht. Der Verwirrung nicht genug, entdeckt sie die Anziehungskraft anderer Mädchen und lernt die unberechenbare Romy kennen und lieben, die all ihre bisherigen Vorstellungen von Weiblichkeit sprengt. Der Sommer in Berlin wird für Nora zu einer einzigartigen Entdeckungsreise zu sich selbst – wild, leidenschaftlich, poetisch, voller emotionaler Hürden und der Gewissheit, dass für sie ein neues Leben beginnt.

KOKON ist die zweite Regiearbeit der Filmemacherin Leonie Krippendorff, die selbst in Kreuzberg aufgewachsen ist und großes inszenatorisches Einfühlungsvermögen unter Beweis stellt, indem sie mit erfrischender Natürlichkeit und Zärtlichkeit die Geschichte von Nora in fast dokumentarischer Manier erzählt. Die oft improvisierten Dialoge wirken ebenso authentisch, wie die urbane Umgebung inmitten des überhitzten Berlins, in der sich die Charaktere wie Fische im Wasser bewegen und ihre Konflikte austragen. Und in der Nora, wie ihre Raupen daheim, aus ihrem ganz eigenen Kokon schlüpft. All das macht KOKON zu einem offensiv ehrlichen und starken Film über Pubertät, Adoleszenz und die Neugier auf Selbstbestimmung.

Regie: Leonie Krippendorff
Deutschland 2020
94 Minuten
Spielfilm, Coming-of-Age

Produzent Jost Hering. Produktion Jost Hering Filme in Co-Produktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel. Redakteur: Jörg Schneider (ZDF) Buch &Regie Leonie Krippendorff. Kamera Martin Neumeyer. Mit Lena Urzendowsky, Jella Haase, Anna Lena Klenke, Elina Vildanova, Anja Schneider. Mischung & Tongestaltung: Christoph Walter. Montage Emma Alice Gräf. Musik Maya Postepski. Kostüme: Ramona Petersen. Szenenbild: Josefine Lindner

Tag 1

Inhalt:                                   SCREENING mit Filmgespräch und Vorstellung der Projektidee

Ort:                                        Kino

Filmlänge:                            94 Minuten

Zeitlicher Rahmen:           ca. 3,5 Stunden

Tag 2

Ort:                                         Schule

Zeitlicher Rahmen:            1 Schultag / mind. 7 Unterrichtsstunden

Ziele und Chancen:          
Anhand von beispielhaften Situationen und Aussagen des Films, sowie anhand eigener Erfahrungen und Beobachtungen aus dem Lebensumfeld beschäftigen sich die Schüler*innen mit:

  • Film als Kulturgut: Film als Beitrag zu einem Diskurs und zur kulturellen Vielfalt
  • den 15 Thesen kultureller Integration
  • der Bedeutung von lebensweltbezogener Bildung in schulischen und außerschulischen Kontexten
  • der Rolle von Bildung und des Zugangs zum Arbeitsmarkt als Voraussetzung für Teilhabe, Identifikation und Zusammenhalt
  • Aspekten sexueller Vielfalt und weiblicher Adoleszenz
  • Toleranz und Respekt als einer Basis unseres gemeinsamen Zusammenlebens

Der Workshop setzt Impulse für:

  • Ein Bewusstwerden des Wertes von Unterschieden
  • Eine Reflektion von Formen der Diskriminierung bspw. durch heteronormative Gesellschaftsstrukturen
  • Das Erleben neuer Perspektiven auf Gemeinsamkeiten
  • das gemeinsame Erarbeiten erster Grundlagen und Strategien: Was bedeutet es (in schwierigen Situationen) tolerant, respektvoll und wertschätzend mit Mitmenschen umzugehen?

Enthaltene Module:       Filmbesprechung
                                            Thematisierung der 15 Thesen

Inhalt:                                 ZUSATZWORKSHOP: Auseinandersetzung mit Perspektiven auf soziale Netzwerke

Ort:                                       Schule

Zeitlicher Rahmen:           + 1 Schultag / mind. 6 Stunden

Ziele und Chancen:
In dieser Workshoperweiterung erkunden die Schüler*innen verschiedene Perspektiven auf Soziale Netzwerke, die aus dem direkten persönlichen Umfeld, wie Familie und Freundeskreis bestehen können, aber natürlich auch auf medialen Plattformen geteilt werden. Sie beschäftigen sich mit:

  • sozialen Interaktionen im Alltag (Perspektiven auf Formen von Familie und Freundschaft)
  • sozialen Netzwerken in den Medien
  • der Reflektion von Vielfalt als etwas Spannendem und Wertvollem
  • Identitätsentwicklung als lebenslangem Prozess

Die Workshoperweiterung setzt Impulse für:

  • die Überlegung wie Wertschätzung sich selbst und anderen gegenüber gelingen kann
  • die Erarbeitung von Hintergrundwissen und Strategien, sich klar gegenüber Diskriminierungen und Ausgrenzungen zu positionieren
  • die aktive Abgrenzung von Vorverurteilungen oder gruppenbezogenen Zuschreibungen
  • das Öffnen des Blicks für individuelle Identitäten und Persönlichkeiten von Menschen.

Enthaltene Module:        Soziale Netzwerke
                                              Identität und Persönlichkeit

                                           

Inhalt:                                   ZUSATZWORKSHOP: Formen von Engagement und sozialer Verantwortung                     

Ort:                                         Schule

Zeitlicher Rahmen:           2 Schultage / mind. 8 Stunden

Ziele und Chancen:         
In dieser Workshoperweiterung werden die Schüler*innen anhand des Films und weiterer Überlegungen zu den 15 Thesen dazu angeregt sich mit Formen von Engagement und sozialer Verantwortung zu beschäftigen. In sozialen Aufgaben kann immer auch eine Identität und ein stabiles Selbst ganzheitlich entwickelt werden.
Hierbei geht es konkret um:

  • die Förderung von Verantwortungsbewusstsein, Hilfsbereitschaft und Engagement
  • das Erkennen von Selbstwirksamkeit, sich als Schüler*innen in verschiedenen Bereichen einzusetzen und so auch über die Schule hinaus aktiv das Zusammenleben zu gestalten.

Die Workshoperweiterung setzt Impulse für:

  • das Zusammenbringen der Workshopinhalte und der Lebenswelt der Schüler*innen (Kontaktaufnahme zu Ansprechpartner*innen, die sich in der Umgebung sozial engagieren und Einblicke in ihre Tätigkeiten geben können)
  • die Auseinandersetzung mit Rollenbildern und der Frage nach einer Geschlechtergerechtigkeit
  • neue Perspektiven auf die 15 Thesen und die Frage nach einem »Zusammenhalt in Vielfalt«
  • die Erfahrung und Erprobung von Möglichkeiten und Wegen der Selbstwirksamkeit (aktivierende, kreativ-Handlungsorientierte Auseinandersetzung mit den Workshoperkenntnissen)

Enthaltene Module:         Rollenbilder und Geschlechtergerechtigkeit
                                               Engagement und soziale Verantwortung
                                               (Filmische) Praxis

 

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