Schulprojekt der Berlinale 2022

Das Berlinale Schulprojekt ermöglicht zahlreichen Schulklassen intensive Filmerlebnisse bei einem der wichtigsten Filmfestivals weltweit. Im Anschluss an den Film arbeiten die Schüler*innen an einem gemeinsamen Projekt zum Film, das ihnen neue Perspektiven auf sich selber, ihre Mitschüler*innen, auf Filme, Kunst und unsere sich stetig veränderde Welt vermittelt.  Nach dem Entfallen des Berlinale Schulprojekt im letzten Jahr war der Besuch im Kino im Februar 2022 wieder möglich. 13 Schulklassen aus Grund- und Oberschulen in Berlin hatten die einmalige Gelegenheit Festivalluft zu schnuppern und die spannenden Beiträge in der Sektion Generation Kplus und Generation 14plus zu sichten. Die beiden Medienpädagog*innen Dr. Martin Ganguly und Kathrin Hillers unterstützen die Lehrkräfte bei der Filmauswahl und betreuten die anschließenden Projekte. Die Ergebnisse zu den einzelnen Filmen können Sie auf dieser Seite gesammelt sehen. 

Ansprechpartnerin

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Amelie Hartung

Tel. 030 / 814 529 66

Weiterführende Links

Website der Berlinale

Projekte der Grundschulen

Juunt Pastaza Entsari

Regie:  Inês T. Alves, Portugal 2022, 62 Min
empfohlen ab 6 Jahre

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Aus den Wipfeln hört man Affengebrüll, im Unterholz zirpt, fiept und raschelt es. Vor der steten Geräuschkulisse des Regenwalds ziehen sie mit Macheten, in Gummistiefeln und bunten T-Shirts los, um nach Bananen und anderen Früchten zu suchen. Selbstbestimmt und zugleich spielerisch bewegt sich die Gruppe Kinder der indigenen Achuar durch das endlose Grün. Am Flusslauf des Pastaza, an der Grenze zwischen Ecuador und Peru, fangen sie Fische, jagen und kochen, spielen mit Lianen, lassen selbst gebastelte Kreisel auf den Solarpaneelen des Dorfes drehen, schauen Videos auf dem Smartphone. Mit großer Ruhe beobachtet Inês T. Alves den Alltag einer jungen Gemeinschaft, die in tiefer Verbindung miteinander und mit der Umwelt lebt.

 

Knor

Regie: Mascha Halberstad, Niederlande/ Belgien 2022, 72 Min
empfohlen ab 6 Jahre

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Zwei liebevolle Eltern, ein bester Freund und ein schöner Garten zum Spielen. In Babs’ geregelter Welt sind sogar die Mahlzeiten mustergültig: gesund und vegetarisch. Doch eines Tages mischt ein cowboycooler Mann das Idyll auf. Opa aus Amerika ist da und erfüllt seiner Enkelin mit dem Ferkel Oink den Herzenswunsch vom eigenen Haustier. Während der rosafarbene Wirbelwind schnell alle Herzen erobert, sorgt der Großvater für Argwohn. Denn was die überglückliche Babs nicht ahnt: Der alte Mann mit dem Banjo hat beim traditionellen Wurstkönig-Wettbewerb noch eine Rechnung offen. Mit viel Liebe zum Detail gestaltet, prallen in dem Puppentrickfilm Lebensentwürfe und Generationen aufeinander, unerwartet brisant und rasant komisch zugleich.

 

An Cailín Ciúin

Regie: Colm Bairéad, Irland 2022, 94 Min
empfohlen ab 8 Jahre

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Vier Geschwister, eine Mutter, zerrissen zwischen Fürsorge und Hilflosigkeit, ein fluchender Vater und jeden Morgen eine nasse Matratze – so sieht das Leben der schweigsamen Cáit aus. Die Eltern halten es für das Beste, wenn sie den Sommer auf der Farm naher Verwandter verbringt. Cáit kennt die beiden nicht. Das Haus ist hell und sauber, zum Anwesen führt eine Allee mit üppig-grünen Bäumen. Hier herrscht eine respektvolle Stille. Liebevoll umsorgt von Eibhlín fühlt sich Cáit geborgen. Nach anfänglicher Zurückhaltung vertieft sich auch die Beziehung zu Seán, der mit ihr die Kälber füttert. Die Matratze bleibt trocken. Und doch scheint der Farm inmitten der kargen, schönen irischen Landschaft ein Geheimnis anzuhaften, auf dessen Spuren sich Cáit mit neu gewonnenem Mut und Vertrauen begibt.

 

Projektergebnisse Grundschule am Falkplatz:

Projektergebnisse Karlsgarten-Grundschule:

Comedy Queen

Regie: Sanna Lenken, Schweden 2022, 93 Min
empfohlen ab 10 Jahre

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Weinen will Sasha nicht. Sie ist wütend. Wütend auf ihre Mutter, die sich das Leben genommen hat. Um nicht so zu werden wie sie, stellt die 13-Jährige eine Überlebensliste auf. Erstens: die langen Haare abschneiden, zweitens: keine Bücher mehr lesen, drittens: sich niemals um ein lebendiges Wesen kümmern und viertens: eine Comedy Queen werden, um den Vater wieder zum Lachen zu bringen. Auf dem Weg dorthin kann Sasha auf die Unterstützung von Freund*innen und Familie zählen, auch wenn diese manchmal ratlos zurückbleiben. Unter anderem, wenn Sasha einen ihrer schlechten Witze zum Besten gibt. Sanna Lenken beweist erneut ein sensibles Gespür für das Gefühlsleben ihrer Protagonistin und zeigt, wie Trauer und Wut sich durch echten Humor verwandeln lassen. Und durch einem alt bekannten Ohrwurm.

 

Projekte der Oberschulen

Shabu

Regie: Shamira Raphaëla, Niederlande 2022, 75 Min
empfohlen ab 12 Jahre

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Shabu singt und trommelt, tanzt und lacht, doch sein Herz ist schwer. Ausgerechnet seine geliebte Oma, das Oberhaupt der karibisch-niederländischen Familie, spricht nicht mehr mit ihm, seit er ihr Auto für eine Spritztour entführt und kaputtgefahren hat. Anstatt den Sommer mit Musik und Videospielen zu verbringen, soll er jetzt arbeiten und Geld verdienen. Aber Eis verkaufen und Regale einräumen ist mühsam, langweilig und vernünftig und passt so gar nicht zu Shabu, diesem liebenswerten 14-Jährigen mit seinen großen Plänen und verrückten Ideen.
Regisseurin Shamira Raphaëla erzeugt eine geradezu symbiotische Nähe zu ihrem einzigartigen Protagonisten und zeigt dessen Heimat, den berüchtigten Rotterdamer Sozialbaukomplex De Peperklip, als bunten, lebhaften, energiegeladenen Mikrokosmos.

 

My small land

Regie: Emma Kawawada, Japan 2022, 114 Min
empfohlen ab 12 Jahre

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Seit ihrem fünften Lebensjahr lebt Sarya in Japan. Bei ihren Freund*innen gibt sie sich als Deutsche aus. Damit hat sie bessere Erfahrungen gemacht als mit der Wahrheit. Tatsächlich, sind Saryas Eltern Kurden und als Geflüchtete aus der Türkei nach Japan gekommen. Während der Vater arbeitet, trägt Sarya Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister, richtet ihren Blick aber vor allem in die Zukunft: Bald wird sie das College besuchen. Zu ihrem Arbeitskollegen Sota entsteht eine vertraute Beziehung und ihre eigenen Gefühle werden immer deutlicher. Sarya wünscht sich ein ganz normales Leben. Als das Asylgesuch ihres Vaters abgelehnt wird, zerreißt es sie zunehmend. Eindringlicher Film über den Balanceakt einer jungen Geflüchteten, die gefangen zwischen zwei Welten ihre eigene sucht.

 

Sublime

Regie: Mariano Biasin, Argentinien 2022, 100 Min
empfohlen ab 14 Jahre

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In seinen Träumen rücken der 16-jährige Manu und sein bester Freund Felipe immer näher zueinander, umhüllt von gleißendem Licht, aber zu einem Kuss kommt es nie. Ein irritierendes Begehren, ist Manu doch mit Azul zusammen und plant mit ihr sein erstes Mal. Regisseur Mariano Biasin zeigt in Sublime einen Alltag, unter dessen Oberfläche es brodelt. Das Gefühlschaos äußert sich dabei eher indirekt: Auf der Suche nach den passenden Akkorden für die selbst verfassten Songtexte und in melancholischer Selbstversunkenheit, während der Bandproben mit den anderen Jungs und beim Abendessen mit den Eltern. Vorsichtig, aber zunehmend auch resigniert sucht er nach einer Lösung: Wie lässt sich etwas Kostbares bewahren, das einen gleichzeitig immer stärker in Bedrängnis bringt?

 

Millie lies low

Regie: Michelle Savill, Neuseeland 2021, 100 Min
empfohlen ab 14 Jahre

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Der Regen prasselt auf ihr Zelt, während Millie das eben aufgenommene Selfie in eine New-York-Kulisse bastelt, um es dann auf Instagram zu posten. Millie hat es geschafft: Studium erfolgreich abgeschlossen und zack, Zusage für ein renommiertes Praktikum in den USA. Aufbruchstimmung – bis zum Moment kurz vor dem Abflug, als alles zusammenbricht. Panikattacke. Passiert öfter, als man denkt, sagt die Frau am Schalter und veranlasst dennoch keine Umbuchung. Pleite und quasi obdachlos, weil niemand erfahren darf, dass sie immer noch in Wellington ist, versucht Millie jetzt an Geld für ein neues Flugticket zu kommen. Im Wettlauf mit der Wahrheit, mit einem treibenden Soundtrack kunstvoll in Szene gesetzt, manövriert sich die junge Frau von einer absurd tragischen Situation in die nächste.

 

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